Voices | Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Gottfried Reinhardt (1935-2013) bewegte sich mit seinen kritischen Texten außerhalb der offiziellen Kultur-Szene der DDR. Die Zulassung als Berufspuppenspieler hatte man ihm verweigert und so betrieb er ab 1972 seine eigene Puppenbühne, in der er vom Bühnenbild bis zum Spiel alle Aspekte selbst kontrollierte. Als er den Spielbetrieb schließlich aus gesundheitlichen Gründen einstellen musste, schenkte er 2010 der Puppentheatersammlung einen großen Teil seines Fundus, zu diesem zählte auch diese Handpuppe der Iokaste.
Puppentheater und Trickfilm haben viel gemein. Eine dieser Gemeinsamkeiten ist Lotte Reiniger, die einerseits maßgebliche Pionierin des frühen Trickfilms und seiner Techniken gewesen ist und andererseits unentwegt auch die Welt des Schattentheaters mit ihren Scherenschnitten bereicherte.
Was sich zu Unfug erklärt, bekennt sich zur Harmlosigkeit. Vermeintlich. Denn Konsequenz solcher Selbstbestimmung ist die berühmte Narrenfreiheit, die in den 1980er Jahren auch eine Gruppe von Theaterleuten in der DDR für sich beansprucht, als sie sich „Zinnober“ nennt und beginnt, Kaspertheater für Erwachsene zu machen. Ihr Stück „Die Jäger des verlorenen Verstandes“ ist vom Publikum unschwer als Spottstück auf das DDR-Staatswesen zu lesen und seine Duldung in der Rückschau kaum zu glauben - aber wahr.
Fischer und Bäuerinnen, Musiker und turnende Kinder, aber auch Enten, Wasserbüffel, Drachen und Feen - sie alle gehören zum klassischen Personal des vietnamesischen Wasserpuppentheaters. Direktorin Kathi Loch über eine sehr besondere und im wörtlichen Sinne bunte Truppe, die im Frühjahr 2020 in das Depot der Puppentheatersammlung einzog.